Beim THW Kiel – THW steht für Turnverein Hassee-Winterbeck e.V. von 1904 – handelt es sich um einen Sportverein, der ursprünglich in der Gemeinde Hassee im Ortsteil Winterbeck bei Kiel ansäßig war. Gegründet wurde der Sportverein bereits am 04.02.1904. Er bot damals Knabenturnen an. Erst ab 1907 durften auch Mädchen an den sportlichen Aktivitäten des Vereins teilnehmen. Zum Handballsport kam der THW erst im Jahr 1923, und in der Folge erweiterte der Verein sein Angebot um die Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Badminton und Kung-Fu.

Die Handballer gewannen bereits 1948 und 1950 die Deutsche Meisterschaft im Feldhandball, der zu dieser Zeit vorwiegend gespielt wurde. Auch im Hallenhandball gewann der THW Kiel bereits in den Jahren 1957, 1962 und 1963 den Deutschen Meistertitel – dies noch vor der Gründung der Bundesliga im Jahr 1966. Bei Gründung der Bundesliga fand der THW dann allerdings keine Berücksichtigung und stieg erst zur zweiten Saison in die Erstklassigkeit auf. Mit Ausnahme der Saison 1973/74 waren und sind die Kieler dort ohne Unterlass vertreten.

Eine lange Zeit an der Spitze

Im Juli 1992 koppelte sich die Bundesliga-Handball-Abteilung von ihrem Mutterverein, dem Turnverein Hassee-Winterbek e. V. von 1904, ab, und die THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG wurde offiziell gegründet. Aufgrund ihrer schwarz-weiß gestreiften Trikots sind die Kieler seit jeher auch als ‘Zebras’ bekannt. Sie tragen ihre Heimspiele in der Sparkassen-Arena in Kiel aus, in welcher bis zu 10.285 Zuschauer und Zuschauerinnen Platz finden.

In der Saison 2006/07 konnte der THW Kiel mit dem 13. Deutschen Meistertitel den VfL Gummersbach als Rekordmeister ablösen. Er wurde mit insgesamt 41 Titeln der erfolgreichste Handball-Verein im deutschen Hallenhandball. Daneben führen die Kieler auch die Ewige Tabelle der deutschen Handball Bundesliga klar vor dem VfL Gummersbach an.

Neben zwanzig Deutschen Meisterschaften, zehn Erfolgen im DHB-Pokal sowie neun Siegen im Supercup konnte der THW Kiel auch international auf sich aufmerksam machen. Er gewann unter anderem im bis heute erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte, 2007, neben der Deutschen Meisterschaft, dem Supercup und dem DHB-Pokal auch die EHF Champions-League sowie die Vereinseuropameisterschaft.

Insgesamt sicherten sich die Kieler zwischen 1998 und 2004 dreimal den EHF-Pokal, vergleichbar mit der Europa League im Fussball, und gewannen zudem 2007, 2010 und 2012 die EHF Champions League, die mit der UEFA Champions League im Fußball vergleichbar ist. Daneben wurde der THW im Jahr 2007 Vereinseuropameister und konnte sich 2011 sogar den Titel des Vereinsweltmeisters sichern. Der bislang letzte Erfolg des THW Kiel war im Jahr 2017 der Gewinn des DHB-Pokals. Meister wurden die ‘Zebras’ letztmals im Jahr 2015, in dem auch der Supercup zum bislang letzten Mal an die Kieler ging.

Das Ende der Erfolgsserie

Im Anschluss ging die Deutsche Meisterschaft in den Jahren 2016 und 2017 gleich zweimal in Folge an die Rhein-Neckar Löwen, ehe sich 2018 die SG Flensburg-Handewitt, und dies erstmals nach 14 Jahren, wieder die Meisterschaft sichern konnte. Dies war die insgesamt zweite in der Vereinsgeschichte der Flensburger überhaupt und somit ein großer Erfolg für diesen Verein. Nachdem die Kieler die Spielzeiten 2016 und 2017 noch auf Rang drei beenden konnten, fiel die Mannschaft in der Saison 2018, dies erstmals seit 2003/04, aus den Top Drei und landete nur auf dem fünften Tabellenplatz in der Abschlusstabelle der DKB Handball-Bundesliga.

Ob es mit der Kieler Dominanz nun endgültig vorbei ist, werden die kommenden Jahre zeigen. Einen Abstand von drei Jahren zwischen zwei Kieler Meisterschaften gab es allerdings zumindest seit der Saison 1993/94 nicht mehr.